Vom 20. bis 24. April 2026 fand in New York das erste Forum zur Entwicklungsfinanzierung (Financing for Development, FfD) seit der vierten internationalen FfD-Konferenz (FfD4) im vergangenen Sommer in Sevilla statt. Das Forum dient als wichtige Plattform der Vereinten Nationen zur Nachverfolgung internationaler Vereinbarungen im Bereich der Entwicklungsfinanzierung. Es ermöglicht einen Austausch zwischen Staaten und internationalen Organisationen sowie die Weiterentwicklung gemeinsamer Initiativen.
Das diesjährige Forum fand vor dem Hintergrund eines umfassenden Reformstaus der internationalen Finanzarchitektur sowie einer wachsenden Finanzierungslücke bei der Umsetzung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) statt. Ziel des Treffens war es, die in Sevilla vereinbarten Beschlüsse umzusetzen und zu operationalisieren.
Die Vorbereitungen wurden jedoch von zwei bedeutenden Krisen überschattet. Zum einen zeigen die jüngsten Daten zur öffentlichen Entwicklungsfinanzierung (Official Development Assistance, ODA) für das Jahr 2025 einen historischen Rückgang der Mittel. Zum anderen erschütterte der Krieg im Iran die Globale Wirtschaft.
Das Forum fand erstmals in einem neuen Format statt, bei dem nur die Hälfte der FfD-Handlungsfelder behandelt wurde. Zusätzlich wurde ein neuer Dialog mit der Welthandelsorganisation (World Trade Organisation, WTO) sowie der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UN Trade and Development, UNCTAD) eingeführt.
Der neue Handelsdialog spiegelte den desolaten Zustand der internationalen Handelsbeziehungen wider, der bereits wenige Wochen zuvor die WTO- Minister:innenkonferenz zum Scheitern gebracht hatte.
Über die Ausrichtung des neuen FfD-Abschlussdokuments gab es erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Viele hatten auf ein stärker operationalisierendes Papier gehofft, welches die FfD-Agenda weiterentwickeln würde. Das letzten Endes verabschiedete Dokument war jedoch lediglich eine verkürzte Version des „Compromiso de Sevilla“, die der ursprünglichen Vereinbarung kaum Neues hinzufügte.
Trotz des begrenzten politischen Fortschritts bleibt das Forum ein wichtiger Ort, um die internationale FfD-Gemeinschaft zusammenzubringen. Zahlreiche Koalitionen nutzten die Gelegenheit, um neue Initiativen vorzustellen oder ins Leben zu rufen. Dazu zählen unter anderem die neue Kreditnehmerplattform („Borrowers´Platform“), ein neues Netzwerk nationaler FfD-Ansprechpersonen sowie Bemühungen Entwicklungszusammenarbeit effektiver zu gestalten und die Kapitalkosten anzugehen.
Dieser Text basiert auf der deutschen Übersetzung eines ausführlicheren Briefing-Papiers (The 2026 Forum on Financing for Development: Progress or paralysis?) von Bodo Ellmers.
