Social Watch Deutschland Report 2005

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Handeln statt Versprechen – Soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung

„Die Menschen haben ihre Forderungen lautstark geäußert, aber die G8 hat nur geflüstert.“ Mit dieser Metapher brachte Kumi Naidoo, Vorsitzender der Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ (Global Call to Action against Poverty), seine Enttäuschung über das Ergebnis des Treffens der acht mächtigsten Regierungschefs der Welt in Schottland im Juli 2005 zum Ausdruck. Millionen Menschen sahen die „Live8“-Konzerte am Vorabend des G8-Treffens. Millionen forderten per Email oder Handy konkrete und praktische Entscheidungen der G8 zur Armutsbekämpfung: Mehr Hilfe in besserer Qualität, Schuldenerlass für Länder, die ihre eigene Bevölkerung nicht mit grundlegenden Sozialdiensten versorgen können und fairen Welthandel. Die Öffentlichkeit forderte diese Maßnahmen gegen die Armut mit solchem Nachdruck, dass die acht Regierungschefs beschlossen, das Schluss Kommuniqué öffentlich und feierlich als Zeichen ihres Engagements in dieser Frage persönlich zu unterzeichnen, was für G8-Treffen ungewöhnlich ist. Die offiziellen Ankündigungen erfüllten jedoch die Erwartungen nicht. Schlimmer noch: Kaum war die Tinte auf dem Kommuniqué trocken, als der Chefberater von US-Präsident George Bush noch während des Treffens dementierte, dass man einer Erhöhung der amerikanischen Entwicklungshilfe in welcher Höhe auch immer zugestimmt habe.

Social Watch Deutschland Report 2005

Handeln statt Versprechen – Soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung

Herausgegeben von Social Watch Deutschland (Asienhaus Essen, Brot für die Welt, Caritas international, DGB-Bildungswerk e.V., Diakonisches Werk der EKD, Evangelischer Entwicklungsdienst e.V., Global Policy Forum Europe (GFP), Friedrich-Ebert-Stiftung, IG-Metall, terre des hommes Deutschland e.V., WEED, Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V., Werkstatt Ökonomie e.V., WOMNET/NRO-Frauenforum)
Bonn, 2005
ISBN: 3-924493-63-5