Wasserkraft, der Klimawandel und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Gibt es Kriterien für eine nachhaltige Wasserkraftnutzung und wie kann eine zukunftsfähige, nachhaltige Energieversorgung für alle aussehen?
MISEREOR und GegenStrömung
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Tagung
Refugio, Lenaustraße 3-4, 12047 Berlin

Angesichts des menschengemachten Klimawandels sehen immer mehr Menschen die Notwendigkeit, aus der Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen auszusteigen; dies begrüßen wir sehr. Es stellt sich nun aber die Frage, mit welchen alternativen Energiequellen der projizierte Energiebedarf der Welt gestillt werden kann, um die UNNachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDG) zu erreichen und gleichzeitig Kohlendioxydemissionen einzusparen, so dass die Pariser Übereinkunft zum Klimaschutz erfüllt wird. Die Interessenvertretung der Wasserkraftindustrie, die International Hydropower Association (IHA), stellt derzeit Wasserkraft als geeignete Alternative zur Stromgewinnung dar, insbesondere für den Globalen Süden Vom 14. bis 16. Mai veranstaltet die IHA den World Hydropower Congress in Paris, um zu diskutieren, wie Wasserkraft dazu beitragen kann, die SDG und das Pariser Übereinkommen zum Klimaschutz zu erreichen. Doch Staudämme und andere Wasserkraftwerke haben zahlreiche negative Auswirkungen, die im Gegensatz zu den SDG stehen: Menschen müssen umgesiedelt werden, wichtige Ökosysteme werden zerstört. Die Aufstauung begünstigt Faulungsprozesse in Flüssen, bei denen stark wirkende Treibhausgase wie Methan entstehen und das Klima weiter aufheizen. Gleichzeitig sind Wasserkraftwerke vom Klimawandel betroffen: Aufgrund veränderter Niederschlagsmuster kommt es häufger zu längeren Dürren, die von seltenen, aber heftigen Regenfällen unterbrochen werden – so werden Wasserkraftwerke entweder weniger effzient als geplant, oder katastrophale Unfälle drohen.

Auf der Tagung „Wasserkraft, der Klimawandel und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung“ wollen wir Befürworter*innen und Kritiker*innen der Wasserkraftnutzung zusammenbringen, um die Vorund Nachteile der Wasserkraftnutzung für die SDG und das Pariser Abkommen zu diskutieren. Dabei wollen wir einen Fokus auf menschenrechtliche, soziale und ökologische Fragen legen. Ziel soll es sein, Kriterien für eine nachhaltige Wasserkraftnutzung zu entwickeln und zu diskutieren, wie eine zukunftsfähige, nachhaltige Energieversorgung für alle aussehen kann.

mit unter anderem:

  • Andreia Fanzeres / Operação Amazônia Nativa – OPAN, Brasilien – Aktivistin für die Rechte Indigener in Brasilien.
  • Carmen Dienst / Wuppertal Institut – Leiterin des Projekts WISIONS 
  • Prof. Dr. Florian Wittmann / Universität Karlsruhe – Professor für Auenökologie der mehrere Forschungsarbeiten zu den Auswirkungen von Wasserkraftwerken auf den amazonischen Regenwald publiziert hat.
  • Dr. Jürgen Schuol / Head of Sustainability Voith Hydro – Nachhaltigkeitsbeauftragter der Voith Hydro GmbH, einem der größten Ausstatter von Wasserkraftwerken der Welt.
  • Myint Zaw / Journalist und Aktivist, Myanmar – Goldman Umweltpreisträger / Asien 2015 für seine Arbeit zu den Sozialund Umweltfolgen des inzwischen suspendierten Myitsone Staudamms am Irrawaddy, Myanmar.
  • Dr. Sebastian Helgenberger / Institute For Advanced Sustainability Studies – Forscht zur internationalen Dimension der Energiewende und den sozialen und wirtschaftlichen Chancen eines ambitionierten Klimaschutzes mit erneuerbaren Energien
  • Tatiana Roa Avendaño / Censat Agua Viva, Kolumbien – Aktivistin gegen Staudämme in Kolumbien.
  • Tipuici Manoki Malenta / Rede Juruena Vivo, Brasilien – Vertreterin der indigenen Manoki und Aktivistin gegen Wasserkraftwerke in der brasilianischen Amazonasregion.

Eine Anmeldung ist möglich, bitte schreiben sie eine Mail an Marlene Ecker (marlene@infoe.de). Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Ihre Kontaktdaten in der Teilnehmerliste aufgenommen dürfen.