02.12.2016 | Heinrich-Böll-Stiftung

Umkämpfte Natur

Die Biodiversität und ihre Konvention
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In den SDGs ist der Schutz der Biodiversität in Ziel 15 verankert. Dort heißt es unter anderem (Zielvorgabe 15.5) "Umgehende und bedeutende Maßnahmen ergreifen, umd die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume zu verringern, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende zu setzen und bis 2020 die bedrohten Arten zu schützen und ihr Aussterben zu verhindern.

"Mainstreaming Biodiversity" ist nun das zentrale Motto der 13. Vertragsstaaten-Konferenz des Übereinkommens über Biologische Vielfalt, die vom 4. bis 17. Dezember im Mexikanischen Cancún stattfinden wird. So lautet auch das strategische Ziel der CBD (Convention on Biological Diversity), das darauf abzielt, bis 2020 den Wert der biologischen Vielfalt in die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen einzubeziehen. Diese Art der Monetarisierung von Natur ist äußerst umstritten. Eine weitere Kontroverse bei den Verhandlungen in Mexiko stellt die Synthetische Biologie dar, die mit ihren hochriskanten Gentechnologien das Potenzial hat, alle drei Ziele der Konvention zu untergraben. Und es gibt einen weiteren Zankapfel: Geo-Engineering, das in der Vergangenheit von der CBD aufgrund des Vorsorgeprinzips zumindest vorerst verboten wurde, erhält durch den Fokus des Pariser Klimavertrags auf das 1,5-Grad-Ziel neuen Aufwind.

Viele Streitthemen stehen also auf der Tagesordnung in Cancún. Aber die zentrale Herausforderung für die Zukunft der CBD liegt nicht in der Formulierung neuer Ziele, sondern in der Umsetzung der bereits beschlossenen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitet die Konferenz in Cancún speziell zu den Themen Synthetische Biologie, Neue Ökonomie der Natur und Geoengineering.

Außerdem hat die Heinrich-Böll-Stiftung - in Zusammenarbeit u.a. mit FDCL - eine Reihe von Publikationen zum Thema herausgebracht.

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Böll.Thema 3/2016: Biologische Vielfalt

Täglich verlieren wir Ökosysteme, Arten und biologische Vielfalt – und das überall auf der Welt. Das neue Böll.Thema zeigt auf, wie wirtschaftliche Akteure die Natur ausbeuten und informiert über erfolgreiche Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt.

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Umkämpfte Natur - Die Biodiversität und ihre Konvention

Arten verschwinden mit einer so großen Schnelligkeit, dass die Wissenschaft vom sechsten großen Massensterben in der Geschichte der Menschheit spricht. Diese einführende Publikation verdeutlicht die entwicklungspolitische Bedeutung der Biodiversität.

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"Aktiver Widerstand ist kaum zu erwarten" - Interview mit Lili Fuhr

Bei der 13. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (UNCBD) Anfang Dezember in Cancún, Mexiko, ist die Synthetische Biologie der größte Zankapfel. Lili Fuhr begleitet die Verhandlungen zu diesem Thema für die Heinrich-Böll-Stiftung.

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Synthetische Biologie und die Biodiversitätskonvention (CBD)

Im Dezember findet in Mexiko die 13. COP der Biodiversitätskonvention (UNCBD) statt. Zu welchen Schlüsselthemen dringend Beschlüsse gefasst werden müssen, damit die synthetische Biologie nicht alle drei Ziele der Konvention gefährdet, erklärt dieses Briefing.