27.10.2016 | FIAN Deutschland

Nyéléni-Forum

Europaweites Treffen für Ernährungssouveränität startet in Rumänien
Flyer
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Das bislang größte europäische Treffen für Ernährungssouveränität hat am 26. Oktober 2016 im rumänischen Cluj-Napoca begonnen. Etwa 500 Teilnehmende aus 40 Ländern diskutieren bis 30. Oktober, wie eine Wiederaneignung des weitgehend von internationalen Agrarunternehmen kontrollierten Nahrungsmittel- und Landwirtschaftssystems gelingen kann.

Das „Europäische Nyéléni-Forum für Ernährungssouveränität“ bringt Aktive aus ganz Europa zusammen, darunter Bäuerinnen und Bauern, FischerInnen, ViehzüchterInnen, GärtnerInnen, LandarbeiterInnen und VertreterInnen der Wissenschaft. Gemeinsam diskutieren sie die Strategie der in den letzten Jahren stark gewachsenen Bewegung, tauschen Erfahrungen aus und beraten Schritte für eine verstärkte Zusammenarbeit. FIAN Deutschland hat das Forum mit vorbereitet.

Stephan Backes, Vertreter der europäischen FIAN-Sektionen in Brüssel und Mit-Organisator des Nyéléni Europe Forums, erläutert die Funktion des Forums: „Während die konzerngesteuerte Landwirtschaft für großflächige Monokulturen steht, repräsentiert das Nyéléni Europe Forum eine vielfältige und positive Alternative: Menschen aus allen Gesellschaftsschichten fordern Ernährungssouveränität und das Recht auf Nahrung in Europa.“

Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich betont den besonderen Augenmerk auf die Rechte osteuropäischer KleinbäuerInnen: „Die meisten europäischen BäuerInnen leben in Osteuropa. Sie stehen besonderen Herausforderungen gegenüber, besonders dem Problem des „Landgrabbings“. Stündlich verschwinden allein in Rumänien drei kleinbäuerlich wirtschaftende Unternehmen. Die raue Realität industrieller Landwirtschaft trifft die BäuerInnen hier besonders hart - dementsprechend ist es hier und jetzt an der Zeit, Ernährungssouveränität und das Recht auf Land einzufordern.“

Im Mittelpunkt des Forums stehen Modelle der Nahrungsmittelproduktion, der Nahrungsmittelverteilung, verschiedene Ernährungsmodelle sowie das Recht auf den Zugang zu natürlichen Ressourcen und die Frage, wie man die Arbeitsbedingungen und die soziale Situation in Nahrungsmittel- und Landwirtschaftssystemen verbessern kann. Auf dem Programm stehen auch ein Bauernmarkt, Filmvorführungen, der Besuch lokaler BäuerInnen, die Methoden nachhaltiger Landwirtschaft veranschaulichen, sowie die Besichtigung des kontrovers diskutierten Goldbergbauprojekts Roșia Montană.