12.11.2018 | Forum Umwelt und Entwicklung

Digitalisierung nachhaltig gestalten!

Eine Diskussion über Leitlinien für „Sustainable Digitalization“ - macht mit
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Wie Digitalisierung nachhaltig gestaltet werden kann, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Dabeit geht es nicht nur um Technologie, sondern auch um sozio-ökonomische Fragen. Erst wichtige Diskussionen über die Rolle von Technologien und die digitale Welt für sozialen Wandel und menschliche Entwicklung sind bereits angestoßen worden.

Technologien können ein Teil sozialen Fortschritts sein. Aber die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass ohne Regulierung, inklusive Diskussionen über Operabilität und Risiken, v.a. aber ohne demokratische Kontrolle neue Technologien dazu neigen, neue soziale Probleme aufzuwerfen.

Soll die Digitalisierung tatsächlich zu sozialem Wandel beitragen, muss sie nachhaltig, fair und für alle Menschen relevant sein, und einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Wie so eine „nachhaltige Digitalisierung“ aussehen kann oder soll, muss im europäischen und globalen Rahmend dringend diskutiert werden.

Um Zugriff auf ein Konzept „nachhaltiger Digitalisierung“ zu bekommen, schlagen die Macherinnen der Plattform „Sustainalbe Digitalization“ eines der umfassendsten Konzepte von Nachhaltigkeit vor, das von der globalen Staatengemeinschaft verabschiedet wurde: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren Zielen (den Sustainable Development Goals, SDGs). Sie sollen uns helfen, unserer Ideen, Gedanken und Forderungen zu ordnen.

Die SDGs sind im September 2015 von allen UN-Mitgliedern einstimmig verabschiedet worden. Sie befassen sich mit den wichtigsten Fragen unserer Zeit und machen Vorschläge für eine große Bandbreite an politischen Antworten. Dazu gehören Ziele für die Reduktion bzw. Beendigung von Armut, den Umbau hin zu nachhaltigen Wirtschaftssystemen und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, für Frieden sowie für den Zugang zu freien und fairen Institutionen und Rechtssystemen. All das sind Aspekte, die für eine „nachhaltige“ Ausgestaltung von Digitalisierung von Bedeutung sind.

Wie man mitmachen kann

https://www.sustainable-digitalization.net

Die Online-Plattform „Sustainable Digitalization“, eingerichtet vom Forum Umwelt und Entwicklung, will für eine Diskussion über diese Fragen einen Raum bieten. Sie stellt erste Ansätze vor, die aber primär als Denkansätze und Vorschläge zu verstehen sind und die Diskussionen um spezifische Elemente von Digitalisierung vorantreiben sollen. Sie soll den Dialog zwischen Umwelt-, Entwicklungs- und digitalen bzw. netzpolitischen Organisationen stärken.

Haben Sie Vorschläge, Ideen oder Positionen zu einem der Themen? Sind Sie anderer Meinung oder unterstützen Sie bestimmte Forderungen? Fehlen Aspekte? Die Plattform lädt ein, zu kommentieren, zu ergänzen und zu streiten (natürlich im Rahmen der Netiquette).

Wie das ganze funktionieren soll

Die Plattform „Sustainable Digitalization“ ist der Versuch, Gedankenaustausch zu ermöglichen und verschiedene Positionen zu sammeln. Sie will

(1) Ideen über Digitalisierung öffentlich kanalisieren, sammeln, und diskutieren. Sie sind die Expert*innen – die Macherinnen brauchen und freuen sich über Ihre Inputs. Sobald aus den eingehenden Kommentaren weitreichende Übereinstimmung ablesbar wird, werden diese in den Text eingespeist.

(2) Sobald absehbar ist, dass die Diskussion substantiell vorangekommen ist und alle relevanten Aspekte einbezogen worden sind, wird der Prozess der Online-Diskussionen und seine Ergebnisse in eine Reihe von politischen Prozessen eingefüttert. Dazu gehören Gespräche mit Politiker*innen und Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen und die Wissenschaft, aber auch die breitere Öffentlichkeit und Unternehmen. Der Prozess soll so transparent wie möglich bleiben, über den weiteren Weg wird informiert.

 (3) Die entstehenden Positionen und Texte sind aber auch die Ihren. Der Prozess soll dafür dezentral bleiben, jede*r soll ihn für seine*ihre Arbeit nutzen können. Die Texte der Webseite sollen deshalb Allen offenstehen, auch zur Weiternutzung.

(4) Diese Webseite und ihre Texte sollen ein Anfang sein, nicht ein Ende. Sie sind ein Versuch, um ein (informelles) Netzwerk aufzubauen, Gespräche zu beginnen und darüber Positionen zu entwickeln, wie die digitale Welt einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung sein kann. Idealerweise leistet die Plattform einen Beitrag dazu, den Dialog zwischen Umwelt-, Entwicklungs- und IT-/Tech-NGOs in Gang zu setzen. Sie sind die Expert*innen dafür. Also fühlen Sie sich eingeladen, sich an den Diskussionen zu beteiligen und darüber hinaus mit den Macherinnen der Seite in Kontakt zu treten.

Auf der Plattform „Sustainable Digitalization“ haben sie die Möglichkeit, Kommentare zu den einzelnen Aspekten bzw. Wechselbeziehungen zwischen den SDGs und der digitalen Welt hinterlassen. Dafür dienen die Seiten zu einzelnen (aber auch zusammengefassten) Zielen für nachhaltige Entwicklung. Sie können auch Kommentare über das Kontaktformular übermitteln oder per E-Mail Kontakt aufnehmen: info@sustainable-digitalization.net.

Wollen Sie sich beteiligen? Haben Sie Ideen oder Vorschläge? Oder sollten die Macherinnen mit weiteren Akteur*innen in Kontakt treten? Das und viel mehr unter

https://www.sustainable-digitalization.net