Rechte für Menschen – Regeln für Unternehmen

Wo steht Deutschland beim Menschenrechtsschutz in der globalen Wirtschaft?
Eine Veranstaltung von CorA in Kooperation mit Brot für die Welt, fdcl, Germanwatch, Global Policy Forum, MISEREOR, Oxfam Deutschland, terre des hommes und ver.di
Tagung und Jubiläum
ver.di-Bundesverwaltung Berlin, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Textilfabriken stürzen ein, weil Sicherheitsstandards nicht gewahrt werden. Indigene Völker wer­den entschädigungslos von ihrem Land vertrieben, damit ausländische Investoren Profit machen können. Und Minenarbeiter werden erschossen, weil sie für einen Lohn oberhalb der Armuts­grenze kämpfen. Unter welchen Bedingungen unsere Konsumgüter produziert werden, lässt sich kaum noch ignorieren. In Unternehmen und Politik wird vermehrt über Lieferkettenverantwor­tung diskutiert, ein Umsteuern ist jedoch bislang nicht in Sicht. Während die Rechte von Investo­ren ausgebaut und mit Schiedsgerichten abgesichert werden, zeigen die Regierungen bislang wenig Bereitschaft, sich auf verbindliche Regeln zum Schutz von Menschen und Umwelt zu eini­gen. Die Umsetzung der 2011 bei den Vereinten Nationen einstimmig angenommenen UN-Leit­prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte beschränkt sich weitestgehend auf Empfehlungen an die Unternehmen. Auch Deutschland verabschiedet dieses Jahr einen Aktionsplan und zeigt keinen Mut, Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen. Gleichzeitig boykottiert es die aktu­ellen Versuche, bei den Vereinten Nationen einen verbindlichen globalen Rahmen zu schaffen.

Zehn Jahre nach Gründung des CorA-Netzwerks für Unternehmensverantwortung und fünf Jahre nach der Annahme der UN-Leitprinzipien möchten wir gemeinsam mit UN-ExpertInnen, Politike­rInnen, WissenschaftlerInnen, nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften Bilanz ziehen:

Wie werden die UN-Leitprinzipien auf nationaler Ebene umgesetzt und wie ist der deutsche Akti­onsplan zu bewerten? Welche regulativen Ansätze gibt es in anderen Ländern? Wie steht es um die Initiative bei den Vereinten Nationen für verbindliche internationale Vorgaben im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte? Wo steht Deutschland in diesen Debatten kurz vor Beginn sei­ner G20-Präsidentschaft, bei der diese Themen ebenfalls im Fokus stehen? Und wie positionie­ren sich die einzelnen Parteien in Hinblick auf die Bundestagswahl 2017?

Am Abend möchten wir gemeinsam das zehnjährige Jubiläum des CorA-Netzwerks mit Buffet und Weltmusik feiern.

Anmeldung bitte unter cora1@cora-netz.de.