06.01.2026 |

Mobilitätswende global: UN ruft „Jahrzehnt des nachhaltigen Transports“ aus

In der Agenda 2030 gibt kein eigenes Ziel für die Nachhaltigkeit von Transport und Verkehr. Allerdings spielt das Thema eine zentrale Rolle für die globale Nachhaltigkeitspolitik und ist synergetisch eng mit anderen Zielbereichen wie der Entwicklung resilienter Infrastrukturen, Ernährungssicherheit, Wirtschaftswachstum, Handel, globalen Lieferketten, Gesundheitsförderung, Energieeffizienz und Bekämpfung des Klimawandels verbunden. Denn die Gestaltung von Transportsystemen entscheidet sowohl über Teilhabe und Verteilungsfragen als auch über ökologische Auswirkungen von Mobilität. Die Vereinten Nationen haben deshalb für den Zeitraum zwischen 2026 bis 2035 das „Jahrzehnt nachhaltigen Transports“ ausgerufen. Angestrebt wird ein grundlegender Umbau des globalen Transportsektors in all seinen Dimensionen. Dabei sind die Herausforderungen in der Welt sehr unterschiedlich. Während über eine Milliarde Menschen weiterhin vom Straßennetz abgeschnitten lebt, leidet die Bevölkerung an anderen Orten unter hohem Verkehrsaufkommen und damit verbundenen Gefahren und Verschmutzung. In Zusammenarbeit mit Regionalorganisationen und UN-Mitgliedsstaaten hat der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) einen Implementierungsplan vorgelegt. Darin finden sich Handlungsempfehlungen für: 

  • den verbesserten Zugang zu nachhaltigem Transport für alle
  • die Förderung von CO2-neutralen oder -armen, resilienten und umweltfreundlichen Verkehrssystemen
  • eine effizientere Gestaltung von Mobilität und Logistik
  • die Schaffung von menschenzentrierten Mobilitätssysteme für lebenswerte Städte
  • die Verbesserung der Sicherheit im Transportsektor
  • die Nutzung von Wissenschaft, Technologie und Innovation für nachhaltigen Tarnsport
  • effektivere Partnerschaften und Zusammenarbeit
  • die Verbesserung von integriertem Policy Making und Governancefragen
  • die Sicherung einer effektiveren und adäquaten Finanzierung
  • Capacity Building und Peer Learning
  • die Analyse und Nutzung von Daten
  • die Messung von Fortschritt in Bezug auf nachhaltige Mobilität und Transport

In einem abschließenden „Call for Action“ werden Regierungen, Multilaterale Entwicklungsbanken, Bilaterale Geber, Privatsektor, Wissenschaft und Forschung, Zivilgesellschaft und lokale Organisationen, Philanthropie, das UN-System aber auch jede/n Einzelne/n zu einer Gemeinschaftsanstrengung aufgerufen, um ein nachhaltigeres Transportsystem auf die Bahn zu setzen.

Freiwillige Beiträge wie der österreichische Fußgänger:innentag, der Aufbau eines CO2-armen Fährtransports im kolumbianischen Cartagena oder eine Grassrootsinitiative, die 50.000 Menschen in Nigeria Zugang zu solarbetriebenen Zwei- und Dreirädern, sowie Booten bieten soll, werden auf der Website dokumentiert.