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Ist die EU eine der Hauptverantwortlichen für die Entwaldung in Brasilien?

Die Reduktion der Treibhausgasemissionen, um die globale Erwärmung auf unter 2°C bzw. sogar unter 1,5°C zu begrenzen, wie es die Staats- und Regierungschefs in der „Pariser Vereinbarung“ im Dezember 2015 vereinbart haben, kann nur gelingen, wenn die Entwaldung in den kommenden Jahrzehnten drastisch reduziert wird. Denn die dadurch freigesetzten Emissionen machen fast ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus.

Einmal 0,7 Prozent sind nicht genug

Deutschland hat im Jahr 2016 zum ersten Mal das 0,7-Prozent-Ziel verwirklicht. Bereits 1970 hatten die Länder des globalen Nordens zugesagt, diesen Anteil ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für die Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern des globalen Südens aufzuwenden. Anstatt dies zum Anlass zu nehmen, sich selbstgefällig zurückzulehnen, weist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) selbst darauf hin, dass das Ziel vor allem deshalb erreicht wurde, weil Kosten für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland in nie dagewesener Höhe angerechnet wurden. Um zu verhindern, dass es sich bei der Verwirklichung des 0,7-Prozent-Ziels nur um einen kurzfristigen Strohfeuereffekt handelte, sollte die neue Bundesregierung durch eine entsprechende Aufstockung des BMZ-Etats die zu erwartende ODA-Lücke schließen. Die zusätzlichen Mittel sollten vor allem dazu beitragen, die vielfältigen Ursachen dafür zu beheben, dass sich mehr und mehr Menschen gezwungen sehen, aus ihrer Heimat nach Deutschland zu fliehen.

The Inequalitites of Hunger

Despite years of progress, food security is still under threat. Conflict and climate change are hitting the poorest people the hardest and effectively pitching parts of the world into perpetual crisis. Although it has been said that “hunger does not discriminate,” it does. It emerges the strongest and most persistently among populations that are already vulnerable and disadvantaged. Hunger and inequality are inextricably linked. By committing to the UN Sustainable Development Goals, the international community promised to eradicate hunger and reduce inequality by 2030. Yet the world is still not on track to reach this target. Inequality takes many forms, and understanding how it leads to or exacerbates hunger is not always straightforward.

Wie Ungleichheit Hunger schafft

Hunger und Ungleichheit sind untrennbar miteinander verbunden. Als die internationale Gemeinschaft die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung beschloss, hat sie versprochen, bis 2030 den Hunger zu beenden und die Ungleichheit zu verringern. Doch noch immer ist die Welt nicht auf dem richtigen Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Ungleichheit erscheint in vielen Formen, und es ist nicht immer einfach zu erkennen, wie sie Hunger erzeugt oder verschärft.

Ernährungssicherheit und Erneuerbare Energien – Rolle des Privatsektors

Für die Umsetzung der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SDG) besteht ein hoher Bedarf an Investitionen. Angesichts knapper Kassen setzt die Politik stark auf private Unternehmen und Investoren. Mittels Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor sollen Armut und Hunger bekämpft und weitere Ziele erreicht werden. SÜDWIND zeigt mit zwei aktuellen Fact Sheets auf, dass das Engagement des Privatsektors aber kein Selbstläufer zur Erreichung der SDG ist, sondern vielmehr in entsprechende Bahnen gelenkt werden muss.

Wettbewerbsrecht schärfen – Konzernmacht begrenzen

Die großen Saatgut- und Pestizidkonzerne sind im Aufbruch. Eine Megafusion folgt der nächsten. Die Zusammenschlüsse von Dow Chemicals-Du Pont und Syngenta-ChemChina wurden von der EU-Kommission bereits genehmigt. In der Sommerpause meldete Bayer seine gewünschte Übernahme von Monsanto an. Der Konzern Bayer-Monsanto würde 30% des Weltsaatgutmarktes und 25% des Weltpestizidmarktes kontrollieren. Auf Grund der Dimension dieser Fusion wird sie zur Zeit einer erweiterten Prüfung durch die EU unterzogen. Sollten diese drei Mega-Konzerne nicht in letzter Sekunde verhindert werden, drohen sie in Zukunft zusammen 60% des weltweiten Pestizid- und Saatgutmarkt zu kontrollieren.

Zivilgesellschaftlicher Austausch zur Umsetzung der Agenda 2030 und der SDGs

Nach der Bundestagswahl mit veränderten politischen Rahmenbedingungen ist es entscheidend, die Umsetzung der Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals (SDG) zum Zentrum der politischen Auseinandersetzung zu machen. Schon die Wahlprogramme aller Parteien verdeutlichten, wie sehr Deutschland seinem internationalen Ruf als Nachhaltigkeitsvorreiter hinterher hinkt. Anstatt sich wie ein roter Faden durch die politischen Vorhaben und Maßnahmen zu ziehen, wurden die Zielvorgaben der Agenda 2030 meist nur marginal erwähnt. Welche Anknüpfungspunkte bieten sich in den kommenden Monaten, um den politischen Druck auf die Koalitionsverhandlungen zu erhöhen? Welche Erwartungen gibt es an eine neue Regierung? Wie lässt sich in einem breiten Akteurskreis die Arbeit zu der Agenda 2030 besser verbinden?